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Produktinformationen
Die geschlechtliche Gleichstellung galt bis vor einigen Jahren in vielen gesellschaftlichen Bereichen als selbstverständliche Errungenschaft, die zumindest öffentlich kaum mehrin Frage gestellt wurde. Mittlerweile ist sie zur Zielscheibe geworden. Denn die gleichstellungspolitischen Erfolge stellen tradierte Machtverhältnisse in Frage. Neue Schutzinstrumente und Datenlagen machen Hass und Gewalt gegen Frauen sowie queere Menschen sichtbar. Antifeminismus fungiert heute als politische Strategie, als Mobilisierungsmittel und als Katalysator für autoritäre Ideologien.
Die Beiträge dieses Heftes zeichnen den „Aufstieg“ des Antifeminismus wie auch die „Konjunktur autoritärer Männlichkeit“ nach und analysieren die Anknüpfungspunkte von Antifeminismus für extrem rechte Weltbilder sowie den „vernetzten Hass“ im digitalen Raum. Thematisiert werden ein Political Gender Gap zwischen „rechten Männern“ und „liberalen Frauen“ sowie rassistisch motivierte Angriffe extrem rechter Frauengruppen, die das Thema sexualisierter Gewalt für ihre Propaganda instrumentalisieren. Exemplarisch zeigt sich Antifeminismus auch in Kampagnen gegen Abtreibung sowie Gewalt gegen CSDs und queere Einrichtungen. Wie schließlich kann politische Bildung diesen Phänomenen begegnen?
Inhaltsübersicht

Judith Rahner
Mehr Gewalt, mehr Gegenwind
Der gefährliche Aufstieg des Antifeminismus 

Juliane Lang
Antifeminismus, Sexismus, Misogynie – Begriffsklärungen 

Mara Simon
Moderne Altgläubige
Antifeminismus in extrem rechten Weltbildern

Christiane Leidinger
Nicht ernsthaft feministisch, aber als rassistisch ernst zu nehmen
(Extrem) rechte Aktivitäten von Frauen zu sexualisierter Gewalt 

Gülay Çağlar, Dominik Hammer
Vernetzter Hass – Antifeminismus und Misogynie im digitalen Raum

Juliane Lang
Rechte Männer – liberale Frauen?
Zum Gender Gap in Einstellungen und Wahlverhalten 

Olaf Stuve
Konjunktur autoritärer Männlichkeiten 

Esther Lehnert
Kampagnen gegen Abtreibungen
Eine kurze Historie (extrem) rechter Politik

Atlanta Ina Beyer, Lea Lochau, Ans Hartmann
Angriffe auf Vielfalt
Wie antifeministische Ideologien Gewalt gegen CSDs und queere Einrichtungen befeuern 

Luisa Girnus, Nina Goretzko
Politische Bildung im Umgang mit Antifeminismus


Autor*innen

Dr. Atlanta Ina Beyer 
ist als Projektkoordination für ZAFFA – Zentrale Anlaufstelle und Fachberatung bei organisierter Frauenfeindlichkeit und Antifeminismus bei Lola für Demokratie e. V. tätig.

Dr. Gülay Çağlar
ist Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Gender und Diversity am ­Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der Freie Universität Berlin. Sie ist Principal Investigator im Excellenzcluster „Contestations of the Liberal Script — SCRIPTS“ und Co-Autorin der Studie “Mapping the Germanosphere. A Pilot Study”.

Dr. Luisa Girnus
ist Juniorprofessorin für Politikdidaktik mit Schwerpunkt auf Bildung für nachhaltige Entwicklung und Transformative Bildung an der Freien Universität Berlin. Sie arbeitet zu politikdidaktischen Perspektiven auf sozial-ökologische Transformation, sprachsensible und geschlechtergerechte Bildung.

Nina Goretzko
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsschwerpunkt Politikdidaktik mit Schwerpunkt auf Bildung für nachhaltige Entwicklung und Transformative Bildung an der Freien Universität Berlin. Sie arbeitet zu Perspektiven der politischen Bildung und Demokratiebildung im Zusammenhang mit Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung. 

Dominik Hammer
ist Forschungsleiter am Institute for Strategic Dialogue (ISD) Germany. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Analyse rechtsextremer und misogyner Online-Milieus sowie qualitative Methoden der Sozialforschung. Derzeit schreibt Hammer seine Promotion in Politischer Theorie.

Ans Hartmann
leitet die Meldestelle Antifeminismus und arbeitet dort u. a. im Bereich der betroffenenzen­trierten Praxisforschung und der Fachberatung von Ver­bän­den und zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Dr. Juliane Lang,
Sozialwissenschaftlerin, arbeitet wissenschaftlich und in der politischen Bildungsarbeit zu Rechtsextremismus und Geschlecht. Sie forscht aktuell an der Universität Gießen im Forschungsverbund GERDEA (www.projekt-gerdea.de).

Prof. Dr. phil. Esther Lehnert
ist Erziehungswissenschaftlerin und Professorin an der ASH Berlin für Geschichte, Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte der Sozialen Arbeit, Gender und Rechtsextremismus und sozialpädagogische Strategien gegen Rechtextremismus.

Prof. Dr. Christiane Leidinger,
Politik- und Sozialwissenschaftlerin*, Professur an der Hochschule Düsseldorf (HSD), lehrt und forscht u.a. zu Historischer Biographik, zur Politischen Soziologie und Historiographie Alter und Neuer Sozialer Bewegungen, zum Antifeminismus der (extremen) Rechten, zu extrem rechter Gewalt gegen Menschen mit kognitiven Behinderungen sowie Gegenwehr und zu Rechtsextremismusprävention. 

Lea Lochau 
ist Koordinatorin der Fachstelle Gender und Rechtsx­tremismus bei der Amadeu Antonio Stiftung.

Judith Rahner
ist Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats mit Schwerpunkt auf politischer Steuerung und der Vertretung von Frauen- und Gleichstellungsinteressen auf Bundesebene. Sie ist seit vielen Jahren in der Analyse, Beratung und Prävention von Antifeminismus und Demokratiefeindschaft tätig und engagiert sich für die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen.

Mara Simon
ist Sozialwissenschaftlerin und promoviert an der Philipps-Universität Marburg. Zu ihren Schwerpunkten gehören Einstellungsforschung, Geschlechterverhältnisse sowie Rechtspopulismus/extreme Rechte.

Olaf Stuve
arbeitet bei Dissens - Institut für Bildung und Forschung im Rahmen des Forschungsverbundes GERDEA zu autoritären Männlichkeitsangeboten in Sozialen Medien (https://www.projekt-gerdea.de/) sowie an der Universität Potsdam im Arbeitsbereich Sachunterricht mit gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt.

Kurzbeschreibung
Antifeminismus wird lauter, vernetzter und politisch einflussreicher – von digitalen Hassforen über rechtsextreme Ideologien bis zu Angriffen auf Reproduktionsrechte. Das Heft zeigt verständlich, was hinter diesen Dynamiken steckt und wie sie demokratische Räume bedrohen. Ein Muss für alle, die Unterricht, Bildungsarbeit oder gesellschaftliche Debatten sicher und fundiert gestalten wollen.